Angehörige von schwerstkranken Menschen

Studien nach Umfragen ergeben, dass Angehörige von Schwerstkranken oft eine deutlich geringere Lebensqualität spüren, als die Erkrankten selbst.

(Quelle unter anderem: Köhler N et al. Gesundheitsbezogene Lebensqualität und Pfl egebelastung … Psychother Psych Med 2012; 62: 157–162)

Warum ist das so?

Ein Beispiel sagt hier mehr als viele Worte:

„Ich bin schon lange wach, konnte nicht schlafen, du warst nicht da…“ – „Entschuldige, aber ich musste noch die Wäsche machen.“ – „Du immer mit deiner Wäsche…“ – „Ich weiß gar nicht, was du hast, ich tue doch alles für dich!“ – „Aber du hast nie Zeit für mich!“

(aus: Mein Partner ist krank – und wo bleibe ich?, S. Krejsa, J.-H. Jacke, 2. Auflage 2009)

ZEIT  ZEIT   ZEIT      ZEIT       ZEI      ZE      Z     ?

Wünsche der Angehörigen und der Kranken:

  • Mehr Zeit für mich
  • Mehr Zeit für dich
  • Mehr Zeit für uns

 

 

Was können Angehörige eines schwerkranken Menschen selbst tun, um sich vor Überforderung zu schützen?

 

  • Sich bewußt machen, dass Aufopferung niemandem hilft und eine große Gefahr für die Beziehung und für die eigene Gesundheit darstellt.
  • Sich über die eigene Rolle Gedanken machen: Will ich wirklich in dieser Beziehung  hauptsächlich PflegerIn/ VersorgerIn sein? Wie kann ich Ehefrau/Ehemann/(erwachsenes) Kind/FreundIn bleiben?
  • Bisherige Hobbys und Kontakte zu Freunden erhalten
  • Freunde und Verwandte einladen und dann nicht (auch noch) GastgeberIn sein wollen, sondern diese Zeit als Auszeit nutzen
  • Offen gegenüber dem/der Kranken sein: „Wenn ich immer zu Hause bin, haben wir beide bald gar keine Themen mehr von draußen.“
  • Hospizbegleitung anfragen
  • Psycho(onko)logische Unterstützung suchen

 

 

 

Wie können Verwandte und Freunde helfen?

 

  • Besuch anbieten und leckere Kleinigkeiten mitbringen
  • Zeit anbieten um bei der/dem Kranken zu bleiben (vielleicht Buch oder Spiel mitbringen um Themen für Gespräch, oder Selbstbeschäftigung zu haben)
  • wenn möglich gemeinsamen Ausflug anbieten (an vielen Stränden gibt es zB. leihweise Rollstühle für den Strand)
  • Tipps vom Hospizdienst erfragen

Und keine Angst: Sie dürfen Themen „von außen“ gerne mitbringen. Auch Lachen ist nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht. Wer reden und denken kann, mag nicht nur traurige Gesichter um sich sehen, sondern als lebender Mensch wahrgenommen und behandelt werden!

Und hier noch ein paar hilfreiche Tips für Gespräche mit Betroffenen:

https://psylife.de/magazin/richtige-worte-bei-krankheit-und-tod?fbclid=IwAR2YlT3zFxlcgo91-gJsnM2BvfkE8M_tQY_bVUahlJx8Dpalk3J5JVUUd34

 



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